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Medienkonferenz, 2. Februar 2010
Ja zur Landhof-Initiative - Nein zum Gegenvorschlag

Urs Joerg, alt Grossrat EVP

Überbauen oder Begegnungsort?

Inmitten der dichten Überbauungen zwischen Messeareal und Roche-Industriegelände liegt in einem von einer intakten Randüberbauung geschützten Geviert das Landhofareal, eine gewachsene Oase für das Obere Kleinbasel. In den letzten Jahren hat sich auf diesem ursprünglich vom FC Basel genutzten Areal in der und um die Tribüne eine vielfältige Szene der Kinder- und Jugendarbeit, des Sportes und der Begegnung zwischen Jung und Alt entwickelt. Es gibt kaum einen Ort in der näheren Umgebung, der so vielfältig und für alle einfach zugänglich nutzbar ist. Zugegebenermassen ist dieser Begegnungsort in seinem jetzigen Zustand nicht optimal ausgebaut. Die bisherige Animation ist eine private, oft auch behindert durch äussere Umstände.  Sie profitiert aber von der Grösse des Areals und den vielfältigen Möglichkeiten der Betätigungen. Die Randbebaung bietet einen natürlichen Schutzraum und ist selbst  auch durch die Tätigkeiten auf dem Areal kaum mit Lärm oder anderen Immissionen beeinträchtigt. Andererseits bietet das Areal Erlebnis- und Spielmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene und Familien. Mit wenigen Massnahmen kann dieser Begegnungsort aufgewertet werden. So ist die Tribüne sicher nicht erhaltenswert, aber Räume zur Begleitung der vielfältigen Tätigkeiten können einfach geschaffen werden. Der schon existierende Begegnungsort kann weiter wachsen.

Eine Überbauung, wie sie mit dem Gegenvorschlag vorgeschlagen wird, bringt durch die Verdichtung mit dem Wohnungsbau und den neuen Bewohnern verstärkte Immissions- und Interessenkonflikte. Auch wenn rund um die neuen Wohnhäuser eine neue Gestaltung vorgeschlagen wird, ist die einmalige Grossräumigkeit nicht mehr gewährleistet. Es entstehen Konfliktzonen, sind doch halböffentliche und öffentliche Räume vorgesehen – eine unklare Einteilung. Zudem ist ein Parking genau unter der Nachbarschafts- und Quartierzone geplant, das wieder um in der Gestaltung dieses Areals Einschränkungen bringen wird. Damit wird der Gegenvorschlag zu einer Mogelpackung.

Das Landhofareal ist als ganzes Areal wertvoll für die Lebensqualität aller in einem Gebiet, das sonst kaum grosszügige Spiel- und Begegnungsmöglichkeiten bietet. Deshalb muss der Landhof grün bleiben, damit weiter generationenübergreifend wachsen kann, was in den letzten Jahren angefangen hat. Auch mit der Annahme der Initiative kann dies übrigens unter Mitwirkung der Bevölkerung geschehen, wie dies §55 unserer neuen Kantonsverfassung vorsieht.