Medienorientierung
Lancierung Volksinitiave
Mittwoch,
6. September 2006
Thomas
Grossenbacher, Grossrat Grüne
Der
Landhof bleibt grün
Wir
Grünen wollen in Basel keine neuen Bauten und Wohnungen zu Lasten von
Grünflächen. Zwar ist die von Frau Schneider formulierte Beobachtung,
dass Basel grosse, schöne Wohnungen für Familien mit Kindern brauche,
sicher richtig. Die Situation im Kleinbasel mit der geplanten Landhofüberbauung
darf in Bezug auf die gemachte Aussage jedoch als paradox bezeichnet
werden: Einerseits besteht die löbliche Absicht familienfreundliche
Wohnräume zur Verfügung zu stellen, andererseits wird aber gerade mit
diesem Projekt die einzige zur Verfügung stehende Grünfläche zerstört.
Eine Grünfläche, die gerade von Kindern und Jugendlichen intensiv und
regelmässig genutzt wird.
Wo
können diese Kinder und Jugendlichen bei einer Umsetzung der Landhofüberbauung
noch gefahrlos im Grünen spielen und herumtollen?
Die
Begegnung mit der Natur gehört – neben dem sozialen Kontakt zu
anderen Kindern – gerade auch in der Stadt zu den elementaren Bedürfnissen
in der Kindheit und trägt zur körperlichen und seelischen Gesundheit
bei. Kinder müssen sich wohnungsnah in für sie attraktiven und
hinreichend grossen Naturräumen frei und ohne pädagogische Betreuung
bewegen können.
Kinder
fühlen sich auf Flächen besonders wohl, „die von den Planern
vergessen worden sind“, wie ein bekannter deutscher Kindheitsforscher
als Fazit formulierte. Der Landhof blieb lange eine beinahe vergessene
Grünfläche mit Ecken und Winkeln ohne klare Nutzungsbestimmung. Auf
diesen „vergessenen“ Flächen können Kinder wie auch Jugendliche
entscheidende Erfahrungen und Erlebnisse für ihr Heranwachsen sammeln.
Leider gibt es solche Flächen inzwischen kaum noch. Somit stellt der
Landhof einen wichtigen Beitrag zur gesunden Entwicklung unserer kleinen
und grossen Kinder im Kleinbasel dar. Er wirkt nicht nur fördernd
sondern auch präventiv. Präventiv, indem Kinder und Jugendliche ihre
Freizeit sinnvoll gestalten können und nicht auf Grund äusserer Umstände
gezwungen sind, ihre Freizeitaktivität auf Computerspiele oder
fernsehen zu reduzieren.
Der
Landhof verdient es aufgrund seiner jetzigen Nutzung nicht einfach zu
verschwinden und durch eine Überbauung ersetzt zu werden. Er sollte
ganz im Gegenteil als Pionier für eine zukunftsgerichtete Kinder- und
Jugendarbeit angesehen werden. Deshalb sollte es unser Ziel sein, solche
Naturräume in der Stadt nicht nur weiter zu fördern sondern wenn
irgend möglich auch auszubauen. Das Ziel „mehr Natur für Kinder in
der Stadt" darf nicht vom Credo „mehr Wohnungsraum für Basel“
dominiert werden. Kinder brauchen dafür aber eine noch viel grössere
Lobby.
