Medienkonferenz,
2. Februar 2010
Ja zur Landhof-Initiative - Nein zum Gegenvorschlag
Mirko
Ulbl, offene Kinder- und Jugendarbeit Oberes Kleinbasel
Das
Kleinbasel hat in den letzten Jahren einige Grünflächen zu Gunsten von
Neubauten und zu Lasten der Kinder- und Jugendlichen verloren. Ein
Beispiel, der Solitude-Park. Zweimal musste er einem Neubau weichen.
1970 der Autobahnbrücke, 1996 dem Tinguely-Museum und liegt heute im
Schatten der Rochegebäude.
Das
Fehlen von Raum für Spiel und Sport bestätigt sich in der raschen
Eroberung des Areals nach dem Wegzug des FC Basel.
Heute
ist dieser legendäre Ort ein Treffpunkt für Gross und Klein. Kinder
treffen sich nicht nur an den betreuten Spiel- und Sportnachmittagen der
offen Kinder- und Jugendarbeit. Auch an anderen Tagen spielen sie
sinnvoll auf dem Areal. Der Landhof ist ein Stück ihrer Heimat
geworden. Eine wichtige Heimat, in welcher sie einfach sein dürfen,
sich wohl fühlen, rennen, spielen und sich frei bewegen können. Sie
haben genügend Platz der vom städtischen Verkehr geschützt ist und
sind willkommen.
Wichtig
ist, dass wir hier keinen gestylten Kinderspielplatz finden. Die Kinder
haben ihre geheimen Plätze: In der Burg, im Dickicht der wild überwachsenen
ehemaligen Stehrampen des Stadions. Zentral im Quartier gelegen ist er
rasch erreichbar und bietet alles was für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung
notwendig ist. Ein genügend grosser Sportplatz zum spielen und Sport
treiben, selber gestaltete Räume innerhalb des Gebäudes die
verschiedene Bedürfnisse abdecken wie z.B. für das kreative Malen,
Singen, Tanzen, Theaterspielen, Tischfussball- und Tischtennisspielen
und um sich zu verpflegen und treffen usw.
Die
heutigen "Stadtkinder", immer wieder in den Medien als zu
dick, ungeschickt und dadurch als unfallgefährdet bezeichnet, weisen
Defizite auf, die auf dem Landhof auf natürlichem Weise gemindert
werden. Der Landhof als Medizin für eine gesunde Entwicklung. Weiterhin
ist der Platz gross genug für alle. Konflikte die wegen fehlenden
Ausweichmöglichkeiten entstehen fallen von vornherein weg. Hier haben
die Kinder keine Platzangst.
Die
Kinder lieben den Landhof und werden angehalten Sorge zu ihm zu tragen.
Sie helfen mit, den Platz sauber zu halten. Verschiedene Kontakte und
Freundschaften werden geknüpft. Die Herkunft und Kultur der Einzelnen
spielt oft keine Rolle.
Jugendliche,
die in den letzten Jahren auf dem Landhof gross geworden sind kommen
immer noch gerne auf ein Spiel vorbei. Sie treffen sich mit anderen um
zu Schwatzen oder Lachen. Es ist ihre Heimat.
Junge
Erwachsene haben den Landhof als eine gut gelegene und idealer Spiel-
und Sportplatz entdeckt. Regelmässig kommen sie auf ein Fussballspiel
vorbei und machen spontan einen Match. Die Nationalität der Einzelnen
spielt dann keine Rolle. Hauptsache das Spiel ist interessant und fair.
Familien
treffen sich zum Mittagstisch in der Tribüne, begleiten die jüngeren
Kinder zum Spiel und helfen mit, das Gebäude in Schuss zu halten und
die Spielnachmittage zu betreuen.
Ältere
Leute spazieren auf dem Gelände herum und erholen sich inmitten der
idyllischen Ruhe von der Hektik der Umgebung. Sie benutzen das Areal als
sichere Abkürzung durch das Quartier, sammeln Holunder oder Brombeeren
und schauen den Kindern gerne beim Spiel zu. Sie treffen sich im
Restaurant zu einem Jass.
Am
Abend wird der Platz von Sportvereinen genutzt und an den Wochenenden
finden verschiedene Spiel- und Sportveranstaltungen statt.
Der
Landhof ist für viele Quartierbewohner ein Treffpunkt mit hohem
Stellenwert geworden. Ein Ort, zentral inmitten des oberen Kleinbasels,
der auch als Oase, bezeichnet wird, nicht mehr aus dem Quartier
wegzudenken.
Viele
dieser Angebote würden durch den Bau der drei Wohnhäuser vom Areal
vertrieben werden. Deshalb ist die Initiative „JA der Landhof bleibt
grün“ für das Quartier äusserst wertvoll. Sie steigert die Wohn-
und Lebensqualität des ganzen oberen Kleinbasels.
