Medienorientierung
Lancierung Volksinitiave
Mittwoch,
6. September 2006
Jost
Müller, Geschäftsführer WWF Region Basel
Landhof
soll bleiben, was er ist: eine Grünoase mitten im Kleinbasel
Umrahmt von Wohnbauten und überragt
vom höchsten genutzten Gebäude der Schweiz, hat sich mit dem Landhof
ein ruhiger, geschützter Grünraum mitten im pulsierenden Kleinbasel
erhalten. Hier, auf dem ehemaligen FCB-Areal, spielen Kinder, tragen
Amateurclubs ihre Fussballmatches aus und verbringen Ruhesuchende ihre
Mittagspause: Eine multifunktionale Nutzung eben, wie man heute sagt.
Seinen
Charme gewinnt der Landhof gerade dadurch, dass hier wenig
durchorganisiert und durchgestylt ist. Hier hat kein Designer und kein
Stadtgestalter Hand angelegt – und alles ist etwas in die Jahre
gekommen. Doch der Landhof ist offiziell kein Park, auch wenn er so
genutzt wird. Deshalb will der Kanton nun Wohnbauten hinstellen.
Die
Landhof-Initiative will das Areal aufwerten und für die heutigen
Nutzungen erhalten. Denn im Kleinbasel gibt es viel zu wenig Grünraum
– ja, die Stadt Basel benötigt gemäss Freiraumkonzept
(Baudepartement, 2004) rund 30 Hektaren zusätzliche Grünflächen, was
etwa drei Parkanlagen in der Grösse des Kannenfeldparkes entspricht
(Freiraumkonzept BS).
In
den Quartieren Gundeli, St. Johann, Matthäus, Clara und Rosental
besteht gemäss „Freiraumkonzept“ Mangel an Frei- und Grünflächen.
Ein Drittel der Basler Bevölkerung wohnt in Gebieten, die schlecht mit
öffentlichen Freiflächen ausgestattet sind. Eine ausreichende
Versorgung liegt gemäss Freiraumkonzept dann vor, wenn sechzig
Prozent der Bevölkerung innerhalb von sieben bis zehn Gehminuten zu
einem öffentlichen Grünraum gelangen können.
Auch
in Bevölkerungsbefragungen (zuletzt 2005) wird die Bedeutung von Grünanlagen
und Parks regelmässig bestätigt und Unzufriedenheit konstatiert. Die
Forderung nach mehr und attraktiverem Grünraum wird somit nicht nur
aufgrund fachspezifischer Untersuchungen erhoben, sondern ist bei der
Bevölkerung auch subjektiv vorhanden.
Mit
der Landhof-Initiative wollen wir den Landhof aufwerten, und so erhalten
wie er ist: ein Grünraum für die Kinder und Familien im Quartier und
ein Erholungsraum für die Menschen, welche hier arbeiten.
