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Medienorientierung Lancierung Volksinitiave
Mittwoch, 6. September 2006

Harald Friedl, Vizepräsident Grüne Basel-Stadt

Der Landhof soll grün bleiben
Unsere Regierung will die Abwanderung aus Basel stoppen. Es soll hochwertiger und familienfreundlicher Wohnraum geschaffen werden, um finanzkräftige Stadtbewohner halten oder gar anziehen zu können.

Nur wenige Wohnviertel hatten in den letzten 5 Jahren Bevölkerungszunahmen zu verzeichnen. 5 von 7 dieser Wohnviertel liegen im Kleinbasel (die zwei, die nicht im Kleinbasel liegen sind Riehen und Bettingen!) Am stärksten gewachsen ist das Rosental, das Wettstein folgt an dritter Stelle.

Erstaunlicherweise wächst gerade in diesem Teil der Stadt, der sowieso schon viele der dichtesten Quartiere zählt, die Bevölkerung. Dies hängt mit der Erstellung von z.T. sehr hochwertigem Wohnraum in den letzten Jahren zusammen. Hier sind hervorzuheben im Wettstein die Siedlungen an der Allemannenasse und am Fischerweg, im Matthäus wurden Siedlungen an der Schönaustrasse und an der Horburgstrasse erstellt. Nicht zu vergessen, mit der Erlenmatte ist gar ein neues Quartier am entstehen. Daran kann man ablesen, dass das Kleinbasel prosperiert, sogar etwas chique ist und momentan eine grosse Aufwertung erfährt.

Das Kleinbasel ist ein quirliger und sehr vielfältiger Stadtteil. Auf engem Raum stossen Gegensätze aneinander und an vielen Orten pulsiert das Leben etwas mehr als sonst in Basel. Das Kleinbasel hat aber auch seine Probleme. Es herrscht eine grosse Dichte. Wo viele Menschen auf engem Raum leben, kommt es Reibungen. Mehr Bewohner bedeuten mehr Verkehr, mehr Lärm und grösseren Bedarf an Frei- und Grünflächen. Gerade an Freiflächen herrscht Mangel im Kleinbasel. Für viele BewohnerInnen ist das verschwinden von Freiflächen ein Problem.

Im tiefsten Kleinbasel gibt es aber noch ein besonders schützenswertes Kuriosum. Versteckt hinter Häuserzeilen, eröffnen sich dem neugierigen Spaziergänger eine zum Teil wild wuchernde, unverbaute Fläche, die zu Sport und Spiel aber auch zum Verweilen einlädt. Nicht nur hat dieser Platz eine grosse Geschichte. Hier gibt es vieles zu beobachten, entdecken und erfahren. Dieser Ort strahlt einen für Basel einzigartigen Charme aus. Es macht Freude dem bunten Treiben auf dem Rasen zuzuschauen. Mit der Landhofüberbauung würde ein besonderer Ort verschwinden, der typisch ist für das Kleinbasel und die Probleme in diesem Quartier noch verstärken.

Wir müssen Sorge dazu tragen, dass die letzten Freiflächen nicht verloren gehen. Man darf auch nicht vergessen, dass es schon heute gute Steuerzahler gibt im Kleinbasel, die auf Wohnqualität setzten und mit einem überbauten Landhof einiges an Wohnqualität einbüssen würden. Mit der Landhof-Initiative wollen wir diesen Bewohnern und deren Bedürfnissen Rechung tragen.

(Quelle: statistisches Jahrbuch des Kanton Basel Stadt, Ausgabe 2004)