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Medienkonferenz, 2. Februar 2010
Ja zur Landhof-Initiative - Nein zum Gegenvorschlag

Anita Lachenmeier, Grüne, Nationalrätin

Verdichtung heisst nicht, Grünflächen verbauen

Den Wert von Freiräumen und Grünflächen ist unumstritten, sie spielen bei der Wohn- und Lebensqualität, der Attraktivität der Quartiere und bei der Entwicklung der Kinder und Jugendlichen eine wesentliche Rolle. Darum setzte sich vor rund 14 Jahren die damalige Regierung zum Ziel, pro Person mind. 6 m2 Grün- und Freifläche zur Verfügung zu stellen. Damals errechnete man im Wettsteinquartier 4,7 m2/ pro Person. In den anliegenden Quartieren Matthäus und Klybeck auf nur 1,7 m2. Das Kleinbasel zählte und zählt immer noch zum dichtbesiedelsten Quartier der Schweiz.

Anstatt diese Ziele umzusetzten, führte man die Verdichtung fort. Neue Wohnüberbauungen wurden realisiert, im Wettsteinquartier auf dem Neals/Bohni-Areal, dem Warteckareal und beim Schaffauserrheinweg, öffentliche Istituitonen wurden errichtet oder erweitert wie das Tinguelymuseum und der Messeturm. Ersatzlos wurde so die Solitude verkleinerte und rund um die Messe Grünflächen betoniert. Beim Warteckareal hat man zu Gunsten des Sudhauses sogar auf die gesetzlich vorgeschriebene private Freifläche verzichtet.

Die Bevölkerungszahl hat im Gegensatz zu praktisch allen Grossbaslerquartieren sowohl im Wettstein, wie auch in den angrenzenden Quartieren Rostental, Clara und Klybeck zugenommen, die Erlenmattüberbauung mit 700 neuen Wohnungen ist dabei noch nicht eingerechnet. Die Grün- und Freiflächen wurden jedoch gleichzeitig verkleinert oder ganz umgezont. Vielleicht nicht zuletzt darum, ist die Regierung von ihrem Ziel von 6 m2 Grün- und Freifläche abgerückt und setzt jetzt auf Pocketparks!

Als Pocketpark kann man den Gegenvorschlag der Regierung nicht gerade bezeichnen, doch werden nur noch 51 % des Areals als wirkliche Freifläche genutzt werden können, eine grosszügige Grünfläche entfällt. Jedes Wohngebäude muss von einer privaten Freifläche umgeben werden. Der Kanton kann nicht immer die selbst geschaffenen Gesetze aushebeln.

Verdichtung ist eine grüne, ökologische Forderung. Wir haben darum dem Messeturm und der geplanten Messeerweiterung zugestimmt. Auch die Roche plant mit ihrem Hochhaus eine enorme Verdichtung. Tausende Arbeitsplätze und Besucher belasten schon heute das Quartier. Verdichtung muss mit Freiräumen und Grünflächen einhergehen. Darum muss der ganze Landhof zwingend in die Grünzone eingezont werden. Die Tribüne kann, soll man abreissen und einen kleinen, zweckmässigen Pavillon ersetzen.

Vorstellen könnte man sich auch eine spätere Verdichtung der Blockrandumbauung. Diese wird mit der Landhofbebauung der Regierung definitiv verhindert.

Wir haben keinen Kanenfeld- und keinen Schützenmattpark – den Landhof , die einzige grosszügige Grünfläche des oberen lassen wir uns jedoch nicht überbauen.

Anita Lachenmeier-Thüring